Manche laden sich schon eine Woche nach einer Trennung eine Dating-App herunter. Andere gehen fast jedes Wochenende auf ein Date. Und wieder andere antworten auf die Frage: »Gibt es jemanden in deinem Leben?« ganz ehrlich mit: »Nein. Und im Moment geht es mir so gut.«
Manche laden sich schon eine Woche nach einer Trennung eine Dating-App herunter. Andere gehen fast jedes Wochenende auf ein Date. Und wieder andere antworten auf die Frage: »Gibt es jemanden in deinem Leben?« ganz ehrlich mit: »Nein. Und im Moment geht es mir so gut.«
Und genau dann beginnen die überraschten Blicke.
»Wie kann man keine Beziehung wollen?«
Oder umgekehrt:
»Warum sucht man so verzweifelt nach jemandem?«
Tatsächlich sind beide Einstellungen völlig normal. Die entscheidende Frage lautet nur: Was steckt hinter Ihrer Entscheidung?
Wir alle möchten geliebt werden. Das ist ein ganz natürliches menschliches Bedürfnis.
Doch der Wunsch nach einer Beziehung kann aus sehr unterschiedlichen Beweggründen entstehen.
Die einen träumen davon, ihr Leben mit einem Menschen zu teilen, der Partner, Freund und Unterstützung zugleich ist.
Die anderen suchen weniger die Liebe als vielmehr einen Ausweg aus ihrer inneren Leere.
Genau hier verläuft eine feine, aber äußerst wichtige Grenze.
Wenn das Leben ohne einen Partner sinnlos erscheint, jede Nachricht Angst auslöst und jedes Schweigen wie eine Katastrophe wirkt, liegt das eigentliche Problem nicht mehr in der Beziehung.
Das Problem liegt im inneren Mangel.
Fast jeder kennt eine Frau, die kaum jemals längere Zeit allein ist.
Kaum ist eine Beziehung vorbei, beginnt schon die nächste.
Von außen wirkt das vielleicht besonders romantisch.
Doch manchmal steckt etwas ganz anderes dahinter.
Die Angst, mit den eigenen Gedanken allein zu sein, ist so groß, dass eine neue Beziehung zu einer Art emotionalem Schmerzmittel wird.
Diese Menschen brauchen ständig die Bestätigung ihres eigenen Wertes.
»Wenn mich jemand liebt, dann ist mit mir alles in Ordnung.«
Ohne diese Bestätigung zerbricht ihr Selbstvertrauen regelrecht.
Sie leiden stark unter jeder Kommunikationspause, warten ununterbrochen auf Nachrichten, machen sich wegen Kleinigkeiten Sorgen und reagieren selbst auf kleinste Distanz des Partners äußerst empfindlich.
Und dabei geht es keineswegs um die Stärke ihrer Gefühle.
Es geht um die Angst, verlassen zu werden.
Oft erwarten wir, dass ein anderer Mensch uns glücklich macht.
Dass er uns liebt.
Dass er uns beruhigt.
Dass er uns Sicherheit gibt.
Dass er all unsere inneren Leerräume füllt.
Doch keine Beziehung kann diese Aufgabe erfüllen.
Denn ein Partner ist weder Therapeut noch Retter noch jemand, der Ihnen jeden Tag Ihren Wert beweisen muss.
Wenn das gesamte Selbstwertgefühl ausschließlich davon abhängt, dass jemand an Ihrer Seite ist, kann jeder Streit zu einer persönlichen Tragödie werden.
In unserer Gesellschaft wird das häufig fast als etwas Ungewöhnliches angesehen.
»Vielleicht hat sie einfach kein Glück in der Liebe?«
»Wahrscheinlich hat sie Angst vor Männern.«
»Die biologische Uhr tickt...«
Doch die Wirklichkeit ist weitaus komplexer.
Viele Menschen entscheiden sich ganz bewusst für eine Pause.
Nach einer schweren Scheidung.
Nach einer toxischen Beziehung.
Nach einem emotionalen Burnout.
Oder einfach deshalb, weil sie sich im Moment auf ihre Karriere konzentrieren, reisen, sich selbst besser kennenlernen und nichts überstürzen möchten.
Und genau das ist eine vollkommen gesunde Entscheidung.

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