Wir vereinbaren rechtzeitig Termine bei der Kosmetikerin, kaufen Seren für einen strahlenden Teint und achten sorgfältig auf unsere Ernährung. Doch es gibt eine Gewohnheit, die noch wichtiger sein kann als jedes Beauty-Ritual: die regelmäßige Vorsorge für die eigene Gesundheit.
Wir vereinbaren rechtzeitig Termine bei der Kosmetikerin, kaufen Seren für einen strahlenden Teint und achten sorgfältig auf unsere Ernährung. Doch es gibt eine Gewohnheit, die noch wichtiger sein kann als jedes Beauty-Ritual: die regelmäßige Vorsorge für die eigene Gesundheit.
Die tückischsten Krankheiten entwickeln sich oft unbemerkt. Bluthochdruck, erhöhte Cholesterinwerte, Diabetes oder manche Krebsarten können jahrelang keinerlei Symptome verursachen. Genau deshalb sagen Ärztinnen und Ärzte immer wieder: Zu warten, bis etwas wehtut, ist die schlechteste Strategie.
Wir erklären, welche Untersuchungen wirklich regelmäßig sinnvoll sind – und für welche beliebten „Check-ups“ Sie Ihr Geld besser nicht ausgeben.
Viele von uns denken, dass man nur zum Arzt geht, wenn etwas nicht stimmt. Tatsächlich funktioniert moderne Medizin anders: Sie versucht, Krankheiten zu erkennen, bevor die ersten Beschwerden auftreten.
So bleibt Bluthochdruck oft über Jahre unbemerkt und schädigt dabei nach und nach Herz, Blutgefäße und Nieren. Auch ein erhöhter Cholesterinspiegel verursacht meist keine Beschwerden, erhöht aber das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall.
Es gibt noch einen weiteren wichtigen Grund für regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen: Viele schwere Erkrankungen lassen sich sehr gut behandeln, wenn sie früh erkannt werden.
Einmal im Jahr sollten Sie sich Zeit für eine Vorsorgeuntersuchung nehmen.
Dabei beurteilt die Ärztin oder der Arzt nicht nur Ihren aktuellen Gesundheitszustand, sondern auch Risikofaktoren, die Ihre Gesundheit in Zukunft beeinflussen können.
In der Regel werden überprüft:
Selbst wenn Sie sich vollkommen gesund fühlen, können diese einfachen Werte versteckte Probleme frühzeitig aufdecken.
Bluthochdruck wird oft als „stiller Killer“ bezeichnet. Man kann sich völlig gesund fühlen, während die Blutgefäße bereits geschädigt werden.
Deshalb sollte der Blutdruck mindestens einmal im Jahr gemessen werden – bei familiärer Vorbelastung oder Übergewicht auch häufiger.
Ein Blutdruckmessgerät gehört heute genauso selbstverständlich in den Haushalt wie ein Fieberthermometer.
Viele glauben fälschlicherweise, dass hohe Cholesterinwerte nur ältere Menschen betreffen.
Tatsächlich empfiehlt es sich, den Cholesterinspiegel schon in jungen Jahren kontrollieren zu lassen – auch wenn Sie sportlich sind und kein Übergewicht haben.
Erhöhte Cholesterinwerte bleiben oft lange unbemerkt, erhöhen aber das Risiko für Arteriosklerose und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Ein erhöhter Blutzuckerspiegel verursacht nicht immer Durst oder Müdigkeit.
Deshalb gehört die Nüchternblutzuckerbestimmung zu den grundlegenden Vorsorgeuntersuchungen.
Wird eine Störung früh erkannt, lässt sich Typ-2-Diabetes häufig durch Veränderungen des Lebensstils verhindern oder hinauszögern.
Die jährliche gynäkologische Vorsorge gehört zu den wichtigsten Gewohnheiten für die Frauengesundheit.
Bei der Untersuchung spricht die Ärztin über den Menstruationszyklus, Verhütung, mögliche Beschwerden und untersucht auch die Brust.
Außerdem ist es die perfekte Gelegenheit, Fragen zu stellen, die viele Frauen jahrelang aufschieben.
Gebärmutterhalskrebs gehört zu den Erkrankungen, die sich durch regelmäßige Vorsorge oft verhindern lassen.
Der Pap-Test erkennt Zellveränderungen, bevor sich Krebs entwickeln kann.
Ab dem 30. Lebensjahr gewinnt auch der Test auf das humane Papillomavirus (HPV) an Bedeutung, da bestimmte HPV-Typen das Risiko für Gebärmutterhalskrebs deutlich erhöhen.
Wie oft diese Untersuchungen notwendig sind, richtet sich nach Alter und bisherigen Ergebnissen.
Ab dem 40. Lebensjahr zählt die Mammografie zu den wichtigsten Vorsorgeuntersuchungen.
Sie kann Veränderungen im Brustgewebe erkennen, lange bevor sie bei der Selbstuntersuchung tastbar sind.
Je früher ein Tumor entdeckt wird, desto besser sind die Heilungschancen.
Ab dem 45. Lebensjahr empfehlen Ärztinnen und Ärzte regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen auf Darmkrebs.
Oft beginnt die Vorsorge mit einem Test auf verborgenes Blut im Stuhl. Falls nötig, folgt eine Darmspiegelung.
Viele Polypen können entfernt werden, bevor sie sich zu Krebs entwickeln.
Hepatitis C kann viele Jahre völlig symptomlos verlaufen.
Gleichzeitig ermöglichen moderne antivirale Medikamente heute in den meisten Fällen eine vollständige Heilung.
Deshalb wird empfohlen, dass jede erwachsene Person sich mindestens einmal im Leben testen lässt.
Selbst wenn die Zähne nicht wehtun, können regelmäßige Kontrolluntersuchungen Karies im Frühstadium erkennen.
Kleine Schäden lassen sich schneller, schonender und kostengünstiger behandeln.
Wie oft Sie zur Vorsorge gehen sollten, entscheidet Ihre Zahnärztin oder Ihr Zahnarzt individuell.
Viele Privatkliniken bieten umfangreiche „Check-up“-Pakete mit Dutzenden Untersuchungen an.
Doch mehr Tests bedeuten nicht automatisch bessere Vorsorge.
Ohne Beschwerden und ohne ärztliche Empfehlung sind in der Regel nicht notwendig:
Solche Untersuchungen können zufällige Veränderungen entdecken, die niemals gesundheitliche Probleme verursachen würden – dafür aber unnötige Sorgen und weitere Untersuchungen auslösen.
Sie müssen nicht Dutzende Untersuchungen an einem Tag erledigen. Viel einfacher ist es, einen persönlichen Gesundheitskalender anzulegen.
Einmal im Jahr: Hausärztin oder Hausarzt und Gynäkologin.
Je nach Alter: Mammografie, Gebärmutterhalskrebs- und Darmkrebsvorsorge.
Nach ärztlicher Empfehlung: Bluttests auf Cholesterin und Blutzucker.
Dieser Ansatz kostet nur wenig Zeit, hilft aber dabei, die wichtigsten Gesundheitswerte im Blick zu behalten.

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