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GESUNDHEIT

Sommerblues: Warum die Sonne nicht immer Freude bringt

Der Sommer gilt allgemein als die Jahreszeit der Leichtigkeit. Warme Abende, Reisen, Treffen mit Freunden, das Meer, offene Terrassen und lange Tage – es scheint, als würde uns diese Jahreszeit selbst zeigen, wie man glücklich sein kann.

Der Sommer gilt allgemein als die Jahreszeit der Leichtigkeit. Warme Abende, Reisen, Treffen mit Freunden, das Meer, offene Terrassen und lange Tage – es scheint, als würde uns diese Jahreszeit selbst zeigen, wie man glücklich sein kann.

Doch manchmal passiert genau das Gegenteil: Die Sonne scheint heller, alle um uns herum scheinen irgendwohin zu eilen, während sich in unserem Inneren Müdigkeit, Unruhe und das seltsame Gefühl breitmachen, den Sommer «falsch» zu erleben.

Wenn Ihnen dieses Gefühl bekannt vorkommt, ist alles in Ordnung. Der Sommerblues ist nicht unbedingt eine Einbildung oder ein Zeichen von Undankbarkeit gegenüber dem schönen Wetter. Manchmal sorgt gerade die allgemeine Atmosphäre der Unbeschwertheit dafür, dass wir unseren eigenen inneren Zustand besonders deutlich wahrnehmen.

Wenn der Sommer unseren gewohnten Rhythmus durchbricht

Im Laufe des Jahres gewöhnen wir uns an einen bestimmten Ablauf: Arbeit, Lernen, Haushalt, Schlaf, vertraute Wege. Und dann kommt der Sommer plötzlich und fordert uns auf, alles zu verändern.

Es gibt Urlaub, spontane Reisen, Partys, Treffen, Picknicks und unzählige Pläne. Auf den ersten Blick klingt das wunderbar. Doch für Körper und Psyche kann jede plötzliche Veränderung des gewohnten Rhythmus eine zusätzliche Belastung sein.

Außerdem gibt es in unserer Kultur fast eine ungeschriebene Regel: Im Sommer muss man das Leben in vollen Zügen genießen.

Wenn Sie nicht verreisen, sich nicht mit Freunden treffen und nicht jedes Wochenende mit besonderen Erlebnissen füllen, kann das Gefühl entstehen, etwas zu verpassen.

Die Falle des «perfekten Sommers»

Soziale Medien verstärken dieses Problem zusätzlich.

Unser Feed zeigt uns die Urlaube anderer Menschen, Sonnenaufgänge am Meer, schöne Outfits, Restaurants, Festivals und Freundesgruppen. Dadurch entsteht ein Bild, mit dem wir unser eigenes Leben leicht vergleichen.

Doch wir sehen die besten Momente anderer Menschen und vergleichen sie mit unseren gewöhnlichen Tagen.

So entsteht der trügerische Gedanke: «Alle erleben einen großartigen Sommer, nur ich mache etwas falsch».

In Wirklichkeit sollte Erholung kein Projekt sein, das man bis Ende August erfolgreich abschließen muss.

Auch die Hitze kann erschöpfen

Es gibt auch eine ganz körperliche Seite dieser Frage. Hohe Temperaturen, Schlafstörungen, Flüssigkeitsmangel und ein ständiges Gefühl von Unwohlsein können sich auf unser Befinden und unsere Stimmung auswirken.

Wenn der Körper versucht, sich an die Hitze anzupassen, können alltägliche Aufgaben mehr Energie erfordern. Und wenn wir gleichzeitig arbeiten, aktiv entspannen, Menschen treffen und versuchen, «alles Beste» mitzunehmen, sammelt sich die Erschöpfung noch schneller an.

Manchmal ist das, was wir als emotionale Krise wahrnehmen, einfach ein Signal: Der Körper braucht Ruhe.

Warum sich der August besonders schwer anfühlen kann

Am Ende des Sommers kommt ein weiterer Faktor hinzu: das Gefühl der vergehenden Zeit.

Wir beginnen zurückzublicken: Wo waren wir, was haben wir geschafft, wen haben wir getroffen, wohin sind wir letztendlich nicht gereist. Und wenn die Realität nicht unseren Plänen entspricht, beginnen wir leicht, uns selbst zu kritisieren.

«Ich habe nichts geschafft».

«Der Sommer ist an mir vorbeigegangen».

«Ich hätte diese Zeit besser nutzen sollen».

Aber der Sommer muss nicht «genutzt» werden.

Sie sind nicht verpflichtet, einige warme Monate in einen Marathon voller Erlebnisse zu verwandeln.

Und wenn es nicht nur die Sommermüdigkeit ist?

Manchmal macht die Jahreszeit lediglich Gefühle sichtbarer, die schon vorher vorhanden waren.

Einsamkeit kann vor dem Hintergrund allgemeiner sozialer Aktivität stärker empfunden werden. Müdigkeit kann zunehmen, wenn es scheint, dass alle um uns herum Urlaub machen. Und eine gedrückte Stimmung kann deutlicher werden, wenn die Außenwelt scheinbar ständige Freude verlangt.

Deshalb ist es wichtig, eine länger anhaltende emotionale Belastung nicht ausschließlich dem «Sommerblues» zuzuschreiben. Wenn Traurigkeit, Angst, der Verlust von Interesse an gewohnten Dingen oder Erschöpfung lange anhalten und den Alltag beeinträchtigen, lohnt es sich, mit einer Fachperson für psychische Gesundheit zu sprechen.

Erlauben Sie sich einen unperfekten Sommer

Das Einfachste, was Sie tun können, ist aufzuhören, von sich selbst ständige Freude zu verlangen.

Sie können einen freien Tag zu Hause verbringen. Sie können keine Lust auf eine Party haben. Sie können auf eine Reise verzichten. Sie können müde von der Hitze, den Menschen und den endlosen Plänen sein.

Und das bedeutet nicht, dass Sie «den Sommer verloren» haben.

Versuchen Sie, sich nicht zu fragen: «Wie mache ich diesen Sommer unvergesslich?», sondern etwas viel Einfacheres:

«Was brauche ich gerade wirklich?»

Vielleicht ist die Antwort Schlaf. Ruhe. Ein Gespräch mit einem nahestehenden Menschen. Ein Spaziergang. Ein paar Stunden ohne Handy. Oder im Gegenteil – ein Treffen mit jemandem, den Sie schon lange vermissen.

Der Sommer ist kein Test auf Glück. Er ist einfach eine Jahreszeit – mit Hitze, langen Abenden, schönen Momenten und ganz normalen Alltagstagen.

Und Sie müssen nicht der Vorstellung anderer Menschen entsprechen, wie er sein sollte.

Ihr Sommer kann ruhig, langsam, ungeplant und sogar ein wenig traurig sein. Er bleibt trotzdem Ihr eigener.

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